Wie deutsch ist ein Deutsch sprechender Österreicher? – oder:

Was ist der Unterschied zwischen einem „deutschsprachigen Österreicher“ und einem muttersprachlich Deutsch sprechenden Österreicher?

 

Zunächst: Auch ein naturalisierter Tamile, der Deutsch gelernt hat ist ein „deutschsprachiger Österreicher“. Er ist aber kein deutscher Österreicher! Klar? Klar!

Ein Deutsch als Muttersprache sprechender Österreicher ist aber ein Deutscher mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Klar? Klar!

Es sei denn, er ist aus der deutschen Kulturgemeinschaft ausgetreten und bekennt sich zur „Österreichischen Nation“, einer kommunistischen Erfindung.

Jörg Haider hat diese richtigerweise als Missgeburt bezeichnet, sich später aber nach Abklingen seines „Deutschtümelns“ von dieser Aussage implizit distanziert.

Da man niemand vorschreiben kann wozu er sich bekennt, mögen alle „deutschsprachigen Österreicher“ –und seien sie auch deutscher Herkunft- auch zu dieser Nation ungekränkt bekennen dürfen. Wir haben schon vor einer Weile Hurdestanisch als Unterrichtssprache gehabt. Diese Zeit ist aber schon passé!

Völkisch sind die autochtonen Österreicher (neben den kroatischen, slowenischen, ungarischen, tschechischen usw. Minderheiten) im wesentlichen Nachkommen der bairischen (mit i!) und fränkischen Ostsiedler. Daneben gibt es die alemannischen Zuwanderer in Westösterreich.

Hinsichtlich der Sprache sprechen die deutschen Österreicher im wesentlichen Ostmittelbairisch und Alemannisch. Gelegentlich gibt es noch fränkische Sprachinseln.

„Österreichisch“ wie viele unserer deutschen Brüder (vormals Reichsdeutsche, jetzt Bundesdeutsche und Ossis) meinen gibt es nicht.

Nun ein Gedankenexperiment zum Nachdenken.

Hätte es Österreich als Staatsgebilde vor einiger Zeit (etwa wie die Niederländer, die in Wahrheit ja (deutsche!) Niederfranken sind) zu einer eigenen Schriftsprache gebracht, so gäbe es jetzt österreichisch sprechende Staatsbürger auf dem Territorium der Republik Österreich. Das wäre die österreichische Nation, das österreichisch sprechende Staatsvolk.

Aber halt! Auf dem Territorium der jetzigen Republik Österreich gibt es Territorien, die erst nach dieser Staats- und Nationsgründung dazu gekommen sind.

Salzburg und die Salzburger (Mozart!), das Innviertel und die Innviertler (1776!), das Burgenland und die Burgenländer (nach dem 1. Weltkrieg!).

Und diese Territorien sind überwiegend von Deutschen bewohnt.

Österreich hätte somit eine deutsche Minderheit. Und die Rechte von Minderheiten sind heilig!

Es wäre in hohem Grade diskriminierend etwa durch Sonnwendfeuer springende Salzburger des „Deutschtümelns“ zu zeihen. Jeder Slowene darf sich ja bekanntlich offen zu seinem Slowenentum bekennen und darf auch ungestraft mit mehr als 50 km/h durch geschlossene Orte brausen wenn in einer Gemeinde mit geringem Slowenenanteil keine zweisprachige Ortstafel solchem ansonsten gesetzwidrigem Tun Einhalt gebietet. Es darf auch die Teresija Stoisits ungekränkt im Parlament ihre Reden mit „Dober dan“ beginnen.

Also warum werden deutsche Österreicher vom p.c. Zeitgeist gleich ins „Rechte Eck“ gestellt?

Die so peinlich korrekten Gut- und Bessermenschen jeglicher (vorzüglich berufsantifaschistischer) Genese mögen die folgenden Zeilen besonders genau lesen.

Ein „innerösterreichischer“ Staatsbürger (der Nähe wegen ein Hausruckviertler aus Oberösterreich), also (p.c.) ein deutschsprachiger Österreicher heiratet eine Innviertlerin (ganz klar eine schützenswürdige Angehörige der deutschen Minderheit in Österreich!). Das geht ja noch. Die beiden können sich ja auf Deutsch unterhalten.

Aber was ist mit deren Kindern? Sind die jetzt nach der Mutter (Muttersprache!) Angehörige der deutschen Minderheit, die ungekränkt durch Sonnwendfeuer springen können ohne der „Deutschtümelei“ geziehen werden zu dürfen oder sind die nach dem Vater (Vaterland!) „deutschsprachige Österreicher“, denen solches als „Deutschtümelei“ (allenfalls nach der nächsten Verschärfung des Verbotsgesetzes, dessen §3 ja noch Buchstaben bis x,y,z unbesetzt hat) nachteilig vorgeworfen werden kann?

Demnach:  Spätestens beim Grenzübergang Innviertel zum Hausruckviertel erweist sich das Geschwätz von der österreichischen Nation als sachlicher Unsinn.

Ein eingeborener Österreicher mit deutscher Muttersprache ist daher ein Deutscher.

Wer das nicht glaubt, der sei auf die Aussagen zweier österreichischer Landeshauptleute (rot und schwarz!) verwiesen, und die müssen es ja doch besser wissen.

Es hat der burgenländische Landeshauptmann KERY immer von den „Deutschen, Kroaten und Ungarn im Burgenland“ gesprochen.

Und der Landeshauptmann RATZENBÖCK formulierte noch 1976 (Feierlichkeiten 200 Jahre Innviertel bei Österreich): „Zu beiden Seiten des Inns lebt dasselbe Volk“. NoNa!!

Also: Wenn sich berufsantifaschistische Gut-  und Bessermenschen zur „österreichischen Nation“ bekennen und nur „deutschsprachige Österreicher“ sein wollen, so sei ihnen dies als ihnen zustehendes freies Bekenntnis freigestellt.

Sie erwerben aber dadurch kein Recht deutschen Österreichern deren Bekenntnis zur deutschen Sprache als Muttersprache - also Deutsch sprechend, und nicht „deutschsprachig“ zu sein - und zum deutschen Volkstum, also zur deutschen Kulturnation als „Deutschtümelei“  diskriminierend vorzuwerfen.

Da sei die EU mit ihrem Diskriminierungsverbot vor!                                                        W. L.